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Hotels & Resorts SPAs erleben Thermen & Bäder

Heißes Schwefelwasser statt Öl – Eine Überraschung führt zum Heilerfolg – Über ein Thermalbad in Bad Füssing

Bad Füssing, Bayern, Deutschland (Spatianer). Auf die Frage, welchen Beruf sie denn einmal lernen möchte überlegt die 5-jährige Sophia nur kurz: Ärztin, nur weiß sie noch nicht ob für Kinder oder Menschen! Ein bisschen Zeit bleibt ihr noch bis sie diese schwerwiegende Entscheidung fällen muss. Sie und ihre Mutter, welche Hausherrin von Ortner`s Lindenhof ist, begleiten uns im „Lustigen Lukas“ einer weißblauen Bummelbahn, die uns mit Bad Füssing und seinen Vororten bekannt macht.

Safferstetten, Egglfing am Inn, Würding und Aigen schloss man zur Gemeinde Bad Füssing zusammen. Eine Brücke über den Inn führt hinüber ins Nachbarland Österreich. Mitten in der flachen Pockinger Heide gelegen gehört sie sicher nicht zu den besonders touristisch attraktiven Standorten vor den Toren Passaus. Trotzdem verzeichnet die Gemeinde jährlich nahezu 3 Mio. Übernachtungen in ca. 500 Hotels. Ein Irrtum verhalf diesem Teil Niederbayerns zu seiner Blüte.

Braunau der Geburtsort Hitlers in Österreich ist nicht weit von Bad Füssing entfernt. Seine Pläne auf der Ebene, dort wo sich der heutige Kurort befindet, eine Flugbasis zu errichten führt 1938 dazu nach Erdöl zu bohren. Ein Jahr zuvor unterschreibt die Wimmer-Bäuerin einen Vertrag mit der bayrischen Mineralölindustrie, dass auf ihrem Grund nach Öl gebohrt werden darf. Statt des ersehnten Öls schießt jedoch heißes Schwefelwasser aus dem Bohrloch. Enttäuscht über den Misserfolg wird es verschlossen, mit einer unscheinbaren Hütte überbaut zu der nur Frau Wimmer einen Schlüssel erhält. Noch kommt niemand auf den Gedanken das aus einer Tiefe von knapp 1000 Metern sprudelnde, 56 °C heiße, zahlreiche Mineralien enthaltende Wasser für Heilzwecke zu verwenden. Nein, man reinigt Arbeitsgeräte damit. Der inzwischen in die Familie Wimmer eingeheiratete Franz Ortner öffnet jedoch den Bohrverschluss. Dreißig Meter hoch spritzt das Wasser aus der Erde. Der sich bildende Tümpel ist bald ein beliebter Badeplatz für Jung und Alt, vor allem für verwundete Kriegsheimkehrer. Da ein Badezimmer in jeder Wohnung zu dieser Zeit nicht selbstverständlich war, genießt man das kostenlose Wasser auf dem Wimmerhof.

Eine Ansicht der Therme. © Ortner's Lindenhof ****S eigene Thermalquelle e.K.

Eine Ansicht der Therme. © Ortner’s Lindenhof ****S eigene Thermalquelle e.K.

Bald schon macht sich die heilende Wirkung des Thermalwassers mit hohem Schwefelgehalt bemerkbar. Es ist nicht nur entzündungshemmend und schmerzlindernd, es bereitet auch Spaß und Erholung. Franz Ortners Visionen von einem Kurort nimmt Gestalt an. Bereits 1950 beginnt der Kurbetrieb in Füssing. In diesem Jahr kommt im Lindenhof, zuvor Wimmerhof, der Mann zur Welt der die Erfolgsgeschichte des Ortes entscheidend mitprägen wird: Franz Xaver Ortner. Das Ansehen des Heilbades steigt rasant. Aus den ersten 14 Zimmern in einem Bauernhaus entsteht das Stammhaus. 1964 wird im Lindenhof das erste Thermal-Freibad eingerichtet. Heute 40 Jahre später besticht der Lindenhof mit 99 Zimmern davon 16 Suiten verteilt auf vier Häuser nicht nur durch eine harmonische Architektur sondern auch durch seine Prinzipien. Im Bio-Haus Linde zum Beispiel ist das gesamte Haus mit Zirbenholz ausgestattet. Das Holz der Zirbelkiefer duftet besonders gut und fördert Gesundheit und Regeneration. Wetterfühligkeit wird durch den Duft gemildert, ebenso verbessert er die Schlafqualität. Alle vier Häuser sind mit direktem Zugang zum Thermal- und Saunaparadies verbunden.

 

Informationen:

Mehr über das Thermalbad unter www.ortners-lindenhof.de beziehungsweise unter Telefon 08531-2790 oder E-Mail info@ortners-lindenhof.de.

Anmerkung:

Der Beitrag von Monika Hamberger wurde in einer Langfassung im WELTEXPRESS am 7. März 2014 erstveröffentlicht.

Monika Hamberger

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